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Vom Underdog zum Trickdog?

Vom Underdog zum Trickdog?

Es muss nicht immer Obedience sein. Das Angebot an Erziehungskursen oder Aus- und Weiterbildungen für Hund, Frau- oder Herrchen ist riesig. Ob longieren oder Begleithund, Trüffelsuche oder Dogdance – Hauptsache es macht Spass und verhilft zu einem verständnisvollen, harmonischen Miteinander. Aber was finden die porträtierten Hundetrainer besonders spannend und sinnvoll?

Für Marlen Brandenberg (Gründerin der Hundeschule Tschigi) müssen Hundefrauchen und -herrchen die Schulbank drücken: Hunde wissen ja schliesslich, wie sich Hunde verhalten.

Petsitting24:Was sind für Sie, Frau Brandenberg, die Must Learns für Hundehalter?

Marlen Brandenberg:

  1. Die Sprache des Hundes lernen, lernen wie Hunde kommunizieren, z.B. das Wissen um die Beschwichtigungssignale.
  2. Welche Bedürfnisse hat mein Hund, wozu wurde dieser früher gezüchtet. Ist er ein Jagdhund, ein Wachhund oder gar ein Jagd-/Wach-/Schutzhund? Was bedeutet das für meinen Hund und meinen Alltag mit diesem Hund.
  3. Wissen über die Menge an Aktivität, die mein Hund wirklich benötigt und was Aktivität überhaupt heisst. Aktivität umfasst nämlich nicht nur Spaziergänge, sondern auch der Einbezug aller Umweltreize, der ganze Alltag den ich mit meinem Hund lebe. In all den Jahren in denen ich als Verhaltensberaterin schon arbeite habe ich noch NIE einen unterforderten Hund gesehen. Die meisten Hunde, die in meine Praxis kommen, sind überfordert! Der Mythos der Auslastung… zu viel, zu oft, zu lang… lässt einfach nicht nach!
  4. Wissen über Schlaf und Ruhephasen. Wenn man das weiss, wird den meisten Haltern irgendwann klar, dass ihr Hund ein Schlafmanko hat und deshalb so überdreht ist!

Das sind auch die Punkte, die ich als erstes in meinen Lektionen mit meinen Kunden anschaue. Und das muss man in einer guten Hundeschule lernen, und nicht wie mein Hund SITZ oder PLATZ ausführen kann. Das kann er nämlich ganz von selbst, wenn’s dann wirklich nötig sein sollte!

Petsitting24: Und welche spannenden Ausbildungs- oder Seminarangebote sind für Sie, Herr Eichenberger, das „Must do“ im 2020?

Beat Eichenberger: Alle unsere Seminare sind entsprechend wichtig, je nach Kenntnisstand des Menschen. Wir würden uns aber vermehrt wünschen, dass sich der Mensch mit der Körpersprache des Hundes auseinandersetz, da gibt es viele Missverständnisse und Unklarheiten. Zudem halten sich noch sehr viele Mythen hartnäckig unter den Hundehaltern. Vom veralteten Dominanzkonzept bis hin zu falsch verstandenen Hundeverhalten. Daher sind wichtige Erkenntnisse aus der aktuellen Forschung an Haushunden äusserst aufschlussreich für «Jeden» und somit unsere Empfehlung. Dr. Udo Ganslosser, Dr. Stefanie Riemer und Dr. Marie Nitzschner sind diesbezüglich am Puls des aktuellen Geschehens und ihre Vorträge sind aus unserer Sicht absolut spannend und räumen mit vielen Märchen aus der Hundewelt auf. Wer sich intensiv mit Hunden auseinandersetz, wird aber kaum an den Seminaren von Dr. Dorit Feddersen, Celina del Amo oder Dr. Iris Mackensen vorbeikommen. Es gibt bei uns viele tolle und spannende Seminare und wir sind überzeugt, es ist für jeden etwas dabei.